Gestiefelte Katerina

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Gestiefelte Katerina

Märchenstück von Paula Fünfeck frei nach dem Grimm-Märchen »Der gestiefelte Kater«. Für alle ab 5 Jahren. Uraufführung.

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Inszenierung&Bühne Markus Steinwender Kostüme&Bühne Anne Buffetrille Musik Stefan Paul Goetsch Dramaturgie Christin Bahnert Produktion Theaterhaus Jena Premiere 27. November 2008, Theaterhaus Jena

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Pressestimmen

Vorlaute Katze mit Lego-Schloss // Warum sollte – im Zuge der Gleichberechtigung – nicht mal Kater Katze sein? Autorin Paula Fünfeck verwandelt den vierbeinigen Helden aus Grimms »Der gestiefelte Kater« in das weibliche Pendant. Gestern hatte ihr Stück »Gestiefelte Katerina« in der Regie von Markus Steinweder (2007 mit »Saffran & Krump« erfolgreich) für Menschen ab fünf seine Premiere im Theaterhaus Jena.
Zwei Stühle, ein langer Tisch mit Laufband, viele Lego-Steine und zwei Schauspieler – schon beginnt ein Spiel voller Verwandlungen, Wortwitz und lustiger Einfälle. Renate Regel und Kai Meyer erzählen von Katerina, die Karsten Kannzuviel, Raffzahn, Onkel und Zauberer in Personalunion, in eine Katze verwandelt hat, um sich Gut und Geld ihrer verstorbenen Mama unter den Nagel zu reißen. Ähnlich Grimmscher Vorlage erkämpft sich Katerina ihr Schloss zurück und frisst den Zauberer mit dem Mäusetrick – nur mit der Liebe (zum Müllerssohn) ist es heutzutage eine vertrackte Sache. Wäre Katerina ein Mensch, hätte sie sich nie in den Burschen verliebt…
Schluss mit Romantik und heile Welt. Hier wird der Klassiker kräftig gegen den Strich gebürstet – in Erzählweise und Spielform. Mal schieben Regel und Meyer Katze, Müllerssohn und Wald als Lego-Objekte über den Tisch, mal schlüpfen sie selbst in die Rollen. Katerina (Regel) ist mehr frech als anschmiegsam und erzählt vom schnöden Katzendasein (»Das Whiskas klaun wir im Supermarkt«). Der Müllerssohn, plötzlich begütert, kommandiert. Und der erste Flirt in Katerinas Menschengestalt scheitert kläglich. Phantasievoll, pfiffig und sehr heutig – ein Heidenspaß und wie gemacht zum Nachspielen – mit Lego natürlich.“
Ostthüringer Zeitung, 28.11.2008, Christiane Kneisel

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„Der Kater ist eine Prinzessin – Frei nach Grimm aus bunten Steinen Paula Fünfeck-Uraufführung im kinderHAUS
Nach »Saffran und Krump« erzählt und spielt man im Jenaer Theaterhaus wieder ein Stück für Menschen AB fünf Jahre. Das AB großgeschrieben, weil es kein Kindergartenstück ist. Jedenfalls nicht nur.
Auf laubfroschgrünem Bodenbelag steht ein schwerer dunkler Tisch mit zwei Förderbändern, die mittels Kurbeln in Bewegung gesetzt werden können. Rechts und links davon jeweils ein Drehstuhl, einer für den Erzähler und Schauspieler Kai Meyer und einer für die Erzählerin und Schauspielerin Renate Regel. Oder, um die Perspektive zu wechseln: einer für den alten Müller, den Müllerburschen, den König und den Zauberer; ein zweiter für Katerina, die Prinzessin, und für Katerina, die Katze. Aber das ist nicht alles: Aus den Fächern und Laden zweier Schränke, die im Design perfekt auf den Tisch abgestimmt sind, holen die beiden Märchengestalter nach und nach das Material: Legokatze, Legomühle, Legomüller. Legowald, Legoblumenwiese, Legoschloss, Legosee. Legokutsche, Legokrone und was man sonst noch so alles braucht, um eine Geschichte nahe am Original der Grimm-Brüder für kleine (und größere) Zuschauer in Szene zu setzen.
Die klassisch bis pfiffig gebauten Requisiten und Figuren werden per Laufband über den Tisch geleiert. Die Liebesgeschichte der Katerina Katze beginnt, als der alte Legomüller kaputtgeht und dem Legomüllersohn das gekatznappte Tier vererbt. Und ähnlich wie die Vorlage endet auch das traurige Katzenjammerlied mit einem mausetoten Zauberer und einem legosteinreichen Grafen. Dass seine Braut, die in die Prinzessin zurückverwandelte Katze ist, macht dabei keinen großen Unterschied. Nur den kleinen feinen einer adretten Liebesbeziehung, in der beide Seiten zweifeln und fürchten und wollen und maunzen. Ein gutes Gewürz für eine gute Stimmung und für die wunderbare Offenherzigkeit der Gefühle.1 (..) Man könnte ins Grübeln geraten, weil manchmal ziemlich viel Text ziemlich schnell daherkommt. Aber die Regie hat verstanden, wie Kinder ticken und dass sie sich wiedererkennen wollen. Die Erzähler führen durch die Szenen, reden über etwas, werden zu Figuren, verkörpern diese professionell und öffnen doch immer wieder Türen in den Zuschauerraum, um die Kinder zu greifen. Die Fragen sind eindeutig, die Kommandos klar. Da können alle mal ihre Wünsche äußern, den popelnden Müllerjungen verpetzen oder die Heirat einfordern. Auch Übertreibung und Slapstick kommen bei den Kleinen gut an. So lachen sie über den geräuschstarken Esel oder darüber, dass jemand angeben kann wie eine Tüte Mücken. Sie freuen sich, dass die Kratzbürste den Stinkstiefel beschimpft und darüber, wie der König Legosteine abnagt, als wären es knusprige Rebhuhnkeulen. Nur manchmal wird es etwas laut und die Kleinsten ängstigen sich im Zauberschloss. Aber dafür sind ja dann die Großen da, und die werden ihren Spaß haben am verfluchten Mäusefangzwang, am räuberischen Subjekt ohne Moral und Anstand und an den pinkfarbenen Unterhosen aus der Reisewäsche des Königs. So wird wohl jeder mit Sinn fürs Spiel unter dem Stiefel der Katerina auf seine Kosten kommen.“
Allgemeiner Anzeiger, 03.12.2008, Claudia Kanz

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ÜBER DAS STÜCK

Die Neuschreibung des Grimmschen Märchens: Katze Katerina liebt einen faulen, verlausten Müllersohn, der nach Mühle und Mäusen riecht. Früher hätte sie so einen stinkenden Nichtsnutz nicht einmal angesehen. Doch früher war sie ein Mensch, eine Prinzessin. Aber der Zauberer Karsten Kannzuviel hat sie um ihr Schloss betrogen und sie in ein pelziges, jagendes Katzentier verwandelt. Mit ihrem klugen Verstand erkämpft sie ihr Schloss zurück, frisst mit dem berühmten Mäusetrick den Zauberer und könnte wieder ein Mensch werden. Aber klappt es dann noch mit der Liebe?

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