Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute

Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute

Von JENS RASCHKE für alle ab 10 Jahren.

Regie Markus Steinwender Ausstattung Leonie Reese Regieassistenz Lea Steinebrey und Robert Reim Mit David Baldessari, Max Gnant, Johanna Martin, Constanze Rückert Spieldauer 80min, keine Pause Aufführungsrechte Theaterstückverlag Korn-Wimmer, München Produktion junge // hunde Premiere 27. Januar 2016, theater // an der rott

PREISE

baytt16Publikumspreis „Beste Inszenierung Junges Theater“ bei den 34. BayerischeTheaterTage 2016

FESTIVALEINLADUNGEN

Mai 2016: BayerischeTheaterTage 2016 (Regensburg)

Pressestimmen

„Das preisgekrönte Theaterstück (..) und die „Jungen Hunde“ vom Theater an der Rott umgarnen in der Inszenierung von Markus Steinwender die Fantasie ihrer Zuschauer (..) Das sensible Spiel der Darsteller öffnet der präzisen Sprache zusätzlichen Raum: Das Publikum wird nicht nur zum Hinschauen ermutigt, sondern auch zum Hinhören animiert. (..) Und trotz der Schwere des Themas, trotz der abgemagerten „Gestreiften“, trotz der brutalen „Gestiefelten“ darf auch mal gelacht werden. Schließlich ist das 80-minütige Stück ab zehn Jahren freigegeben. (..) Die Dinge beim Namen zu nennen, auch wenn das Schönreden verständlich scheint, diese Lehre erreicht alle, egal ob 10, 20 oder ein bisschen älter – genauso wie der Hoffnungsschimmer am Horizont: Denn am Ende kehren die Vögel zurück.“
Passauer Neue Presse, 29. Januar 2016

„Harter Tobak – gelinde ausgedrückt. Dass trotzdem keiner der jungen Zuschauer den Theatersaal weinend verlässt, dafür sorgt in erster Linie die hervorragende schauspielerische Leistung von Johanna Martin (Murmeltiermädchen mit den weißesten Zähne seit Erfindung der Zahnpastawerbung), Constanze Rückert (russischer Bärenjunge geplagt vom Heimweh), David Baldessari (Mufflon und französisch sprechender Schwan in schwarz) und Max Gnant (Unterschichten-Pavian mit Verbindungen zur Mafia). Eindringlich und auch mal richtig laut, aber nie unsensibel bewegen sie sich auf dem schmalen Grat dieses schwierigen Stoffs. Leonie Reese ist mit der minimalistischen Ausstattung eine Kulisse gelungen, das klare Strukturen schafft und gleichzeitig Raum für Phantasie lässt. (..) Das Stück endet mit einer Ukulelen-Gitarren-Streicher-Version von Somewhere over the Rainbow, die gar nicht erst versucht zu versöhnen oder aufzumuntern: Sie bleibt in ihrer Leichtigkeit tief traurig. Dieses Stück schockiert den erwachsenen Zuschauer und dürfte das junge Zielpublikum zum Fragen anregen. Markus Steinwenders Inszenierung schafft das ohne pädagogische Finten. Ihm gelingt der schwierige Drahtseilakt aus Komik und grausamer Historie. (Ein bißchen erinnert das an Roberto Beninis Das Leben ist schön…). Kinder- und Jugendtheater wie es im besten Fall sein soll – absolut sehenswert für jeden.
Samt & Selters, 30. Mai 2016

„Einigkeit herrschte dagegen darüber, dass die Wahl zum Besten Kinder- und Jugendtheaterstück und zum Sieger des Zündstoffpreises auf die Richtigen gefallen war: Beides ging an das Theater an der Rott mit seinem „Junge Hunde“ Ensemble, die nach Regensburg mit „Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute“gekommen waren.“ 
Samt & Selters über die Vergabe des Publikumspreis bei den 34. Bayerischen Theatertagen 2016 in Regensburg an uns, 11. Juni 2016

Über das Stück

Mama und Papa Pavian, Herr und Frau Muflon und das Murmeltiermädchen leben zufrieden in ihrem Zoogehege, doch dann wird ein neuer Bär geliefert und stellt den Alltag und die Ordnung aller Zoobewohner auf den Kopf. Er stellt unbequeme Fragen über die merkwürdigen Zebrawesen auf der anderen Seite des Zauns und will der Ursache des üblen Gestanks auf die Spur kommen. Das passt den „Gestiefelten” sowie einigen Zoobewohnern gar nicht in den Kram. Und dann ist da auch noch das Nashorn und die Frage, was es sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute? Als der Bär es nicht länger aushält, fasst er einen folgenschweren Plan …

1994 wurden Teile des verschütteten und überwachsenen Zoos im Konzentrationslager Buchenwald freigelegt und sind heute wieder zugänglich. Jens Raschke schafft nun das Kunststück, einen historischen Stoff in einer fiktiven Geschichte zu erzählen, die unterhaltsam, lehrreich und allgemeingültig ist. Dafür wurde er 2014 sowohl mit dem Deutschen Kindertheaterpreis als auch mit dem Niederländisch-Deutschen Kinder- und Jugendtheater-Preis Kaas & Kappes ausgezeichnet.

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